Von Mut, Flexibilität, Querdenken und Ratschlägen, die man seinem jungen Ich heute geben würde

5 Fragen an Daniel Krauss, Mitgründer und CIO bei FlixMobility

Portrait of Daniel Krauss, FlixMobility

Beschreibe bitte eure Firmenkultur bei FlixMobility und seht ihr euch selbst noch als Startup?

Unsere Kultur macht FlixMobility zu etwas Besonderem. Sie vereint uns über mehrere Länder, Sprachen und Zeitzonen hinweg und ist unsere gemeinsame Basis. Wir setzen bei der Auswahl unserer Mitarbeiter auf Begeisterungsfähigkeit und den Mut, auch neue Dinge umzusetzen. Wir wollen Kollegen, die etwas bewegen möchten und auch mal querdenken können. Bei FlixMobility leben wir eine Fehlerkultur. Fehler sind erlaubt, denn aus ihnen ziehen wir immer wieder neue Erkenntnisse. Wir ermuntern unsere Kollegen dazu, neugierig und experimentierfreudig zu sein und Dinge aktiv zu hinterfragen.

Infographic with Quote of Daniel Krauss, FlixMobility

Ein Startup definiert sich aus meiner Sicht nicht über das Alter, sondern vielmehr durch die Art und Weise, wie man Ideen lebt und umsetzt. Unser großes Ziel für die Zukunft ist es, das heutige Level an Flexibilität, Schnelligkeit und Startup-Spirit zu bewahren.

Wie läuft es für euch in den USA? Wodurch unterscheidet sich die Buskultur in den USA im Vergleich zu Europa? Welche Anpassungen habt ihr für den US-amerikanischen Markt vornehmen müssen?

Mit unserem Markteintritt in die USA sind wir mehr als zufrieden. Schon jetzt bieten wir mehr als 120 Ziele in 17 Bundesstaaten sowie dem District of Columbia an. Zudem bieten wir an mehr als 20 College Campussen Halte an und ermöglichen es so, besonders jungen Leuten kostengünstig und nachhaltig zu reisen. Das Ganze natürlich mit WLAN an Bord.

Der Fernbusmarkt in den Vereinigten Staaten ist seit Jahrzehnten liberalisiert und schaut auf eine lange Tradition zurück. Allerdings haben Fernbusse kein besonders gutes Image. Wir haben es auf diesem Markt geschafft, eine neue Zielgruppe zu erschließen, denn fast 65 Prozent aller Passagiere in den USA sind vorher noch nie mit dem Fernbus gereist – das finden wir eine gute Bilanz.

Welche neuen Länder stehen für welche Angebote gerade auf eurer Expansionsliste und (wo) hilft euch die aktuelle Nachhaltigkeitsentwicklung?

Wir möchten eine smarte Vernetzung von verschiedenen Verkehrsträgern erreichen, sodass mehr Menschen den öffentlichen Personenverkehr für ihre Reisen nutzen und langfristig die Umwelt entlasten. Die Klimastreiks im vergangenen Jahr und der zunehmende Stellenwert, den das Thema Nachhaltigkeit weltweit in der Gesellschaft und Politik hat, zeigen, dass die Menschen bereit sind, etwas zu ändern.

In Deutschland sehen wir jedoch, dass der Fernbus als umweltfreundlichstes Verkehrsmittel – der CO2-Ausstoß pro Person liegt sogar noch vor der Bahn – nicht gleichermaßen gefördert wird. Wir wünschen uns hier von der Politik, dass auch der Fernbus als wichtiger Verkehrsträger für die Mobilität der Zukunft bei Steuerentlastungen entsprechend berücksichtigt wird.

Seit vergangenem Jahr ist der türkische Fernbusanbieter Kamil Koc Teil der FlixMobility-Familie. Außerdem planen wir, erstmals auch Verbindungen in Asien und Südamerika anzubieten.

Woran arbeitet ihr gerade, beziehungsweise was dürfen wir von euch in den nächsten sechs bis zwölf Monaten erwarten?

Auch in Zukunft wollen wir das Thema Mobilität neu denken und dabei noch mehr Menschen vom Umstieg aus dem Individualverkehr überzeugen. Neben FlixBus und FlixTrain haben wir seit einiger Zeit FlixBus Mieten und vergangenes Jahr FlixCar gelauncht. Mit FlixBus Mieten haben wir ein Start-up im Start-up geschaffen. Kunden haben mit dem Service die Möglichkeit, ihren eigenen Bus mit persönlichem Fahrer bequem und intuitiv zu buchen. Seit dem Start Ende 2015 haben schon mehr als eine Million Menschen ihre ganz persönliche Fahrt mit FlixBus Mieten durchgeführt. Das zeigt uns, dass die Nachfrage vorhanden ist und wir werden das Angebot in den kommenden Monaten noch weiter ausbauen. Mit FlixCar ergänzen wir unser Angebot seit Dezember 2019 in Frankreich auch mit Fahrgemeinschaften. Der Service ermöglicht Menschen die Buchung der kompletten Reise – also von Tür zu Tür – bequem und intuitiv über unsere grüne Plattform. FlixCar verbindet die Fahrer und Fahrgäste, die sich eine Fahrt teilen möchten. Neben Frankreich wollen wir den Service auch bald in weiteren Ländern anbieten.

Welchen Rat würdest du dir selbst geben, wenn du heute auf eure wilde Gründungszeit zurückblickst?

Wir hatten unglaublich starke Wettbewerber und haben uns durchgesetzt. Bei FlixBus formen wir mittlerweile die Mobilität der Zukunft maßgeblich mit – das hätten wir uns am Anfang in unseren Träumen nicht vorstellen können. Allerdings haben wir immer an unsere Idee geglaubt, Mut bewiesen und aus unseren Fehlern gelernt. Das würde ich uns auch rückblickend raten.

Ich würde uns aber auch raten, auf die Ratschläge erfahrenerer Leute zu hören, die uns vor Fehlern bewahren wollten. Ein Beispiel ist die Planung unserer Büros, die uns schon nach kurzer Zeit zu klein wurden, sodass wir wieder umziehen mussten. Hier wurden wir mehrfach gewarnt und mussten uns rückblickend eingestehen, dass wir auf die Erfahrung anderer hätten hören sollen. Wir mussten natürlich unsere eigenen Erfahrungen sammeln und das war auch richtig so. Dennoch wäre es manchmal einfacher gewesen, wenn wir auf bestimmte Leute gehört hätten.

Infographic on 5 Tipps from Daniel Krauss of FlixMobility

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